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Persönliches Budget (pB) – was ist das eigentlich?

  • Autorenbild: Riza-Leon Bozkurt
    Riza-Leon Bozkurt
  • 14. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Selbstbestimmt leben: Persönliches Budget und die Verändeurng deines Alltags.


Jeder Mensch hat das Bedürfnis und das Recht, sein Leben nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Für Menschen mit Behinderung gibt es ein besonderes Instrument, das genau diese Unabhängigkeit fördert: das Persönliche Budget. Als Erbringer von Unterstützungsleistungen möchten wir dir in diesem Beitrag erklären, was das Persönliche Budget ist, wie es in der Praxis funktioniert und warum es ein entscheidender Schritt zu mehr Selbstbestimmung ist.


Was ist das Persönliche Budget?

Seit dem 1. Januar 2008 gibt es in Deutschland einen festen Rechtsanspruch auf ein "persönliches Budget". Normalerweise erhalten Menschen mit Behinderung sogenannte „Sachleistungen“ – also vorgegebene Dienstleistungen von bestimmten Trägern. Beim Persönlichen Budget ändert sich das: Sachleistungen werden durch Geldleistungen oder Gutscheine ersetzt. Du erhältst monatlich einen festgelegten Geldbetrag und kannst dir die benötigte Hilfe und Unterstützung damit selbst „einkaufen“. Wichtig zu wissen ist dabei: Das Budget ist kein zusätzliches Geld, sondern eine andere Art der Finanzierung der dir zustehenden Hilfen.


Wer kann das Budget bekommen?

Grundsätzlich steht diese Form der Finanzierung allen Menschen offen, die Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe haben oder von einer Behinderung bedroht sind. Dazu gehören:

  • Kinder im Vorschul- und Schulalter mit geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderungen (hier können die Eltern den Antrag stellen).

  • Erwachsene mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen.


Praktische Beispiele: Was bedeutet das im Alltag?

Das Persönliche Budget kann sehr vielfältig und passgenau für deinen individuellen Alltag eingesetzt werden. Hier sind einige praktische Beispiele:

  • Wohnen und Haushalt: Wenn du nicht in einem Wohnheim leben möchtest, kannst du mit dem Budget Assistent*innen bezahlen, die dich in deiner eigenen Wohnung oder einer WG unterstützen – etwa beim Putzen, Waschen oder Einkaufen.

  • Assistenz: Du bestimmst selbst, von welchen Fachkräften du unterstützt werden möchtest.

  • Arbeit und Ausbildung: Du kannst Unterstützung am Arbeitsplatz oder der Schule mit dem Budget finanzieren.

  • Freizeit und Mobilität: Ob Arbeit, Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen oder Unterstützung bei Freizeitaktivitäten wie einem Kino-, Museums- oder Theaterbesuch – das Budget macht es möglich.

  • Familie: Auch für die Unterstützung bei der Versorgung deiner Kinder kannst du Assistent*innen engagieren.


Warum das Persönliche Budget dein Leben verbessern kann?

Der größte Gewinn des Persönlichen Budgets ist der Systemwechsel hin zu maximaler Selbstständigkeit. Du bist nicht länger nur passiver Empfängerin von staatlichen Hilfeleistungen. Stattdessen wirst du zu einer Auftraggeberin, Käuferin oder Arbeitgeber*in.

Das bringt entscheidende Vorteile für deine Lebensqualität:

  • Du bist „Experte in eigener Sache“: Niemand weiß besser als du selbst, was gut und hilfreich für dich ist.

  • Volle Entscheidungsgewalt: Im Unterschied zu Sachleistungen bestimmst du ganz allein, wer dich unterstützt, wann die Hilfe stattfindet, wie oft jemand kommt und was genau getan werden soll.

  • Hohe Flexibilität: Du kannst das Budget zeitlich flexibel nutzen und dir deine Helfer*innen selbst aussuchen. Wenn du mit einer Fachkraftoder Assistenz nicht zufrieden bist, kannst du dir einfach jemand anderen suchen.

  • Gelebte Inklusion: Diese Wahlfreiheit fördert deine Selbstbestimmung enorm und schafft die Voraussetzungen dafür, auf Augenhöhe am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.


Und keine Sorge: Wenn du feststellen solltest, dass das Persönliche Budget für dich nicht der richtige Weg ist, kannst du es jederzeit kündigen und unkompliziert zu den klassischen Sachleistungen zurückkehren.



Wir als Dienstleister arbeiten in professionellen Teams – von Sozialpädagog*innen bis hin zu Bildungswissenschaftler*innen – und unterstützen dich gerne dabei, deine Hilfen ganz individuell und selbstbestimmt zu gestalten. Sprich uns einfach an!


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